Text der Presseerklärung zur Pressekonferenz/Okt.2000
"www.interkidz.de"

Ein Projekt des stadtbremischen Kita-Haferkamp/ KiTa Bremen
und dem Projektbüro BRISE beim Senator für Wirtschaft und Häfen.

Es wird unterstützt durch:
die Firma Netcenter AG, Bremen,
dem Stadtteilberat Bremen-Walle,
dem Schul-Support-Service S3
und dem "Zentrum für Multimedia in der Lehre" an der Uni-Bremen.



 
 
  1. 1.   PROJEKTUMGEBUNG

Im Hort des kommunalen Kindertagesheims Haferkamp startet ab Herbst 2000 das Pilotprojekt:

                                            www.interkidz.de

Schon seit einigen Jahren wird im Hort dieser Einrichtung, begleitend zu vielen anderen Aktivitäten,
auch mit PC‘s gearbeitet. Die durchweg positiven Erfahrungen führten dazu, ein umfangreicheres Projekt zu initiieren. Der Hort des Kita-Haferkamp hat eine besondere Zusammensetzung:
von den 20 Kindern der Delfin-Gruppe haben 14 Kinder 1 oder 2 Elternteile aus
einem anderen Land. Es sind Kinder aus 12 Nationalitäten (China, Süd-Korea, Sri-Lanka,
Malaysia, Thailand, Philippinen, Brasilien, West-Afrika, Rußland, Portugal, Türkei, Marokko).

Das städtische Kita-Haferkamp liegt in einem Wohngebiet mit überdurchschnittlich hohem Anteil ausländischer Mitbürger am Zentrumsrand des Wohnquartiers Utbremen-Walle.
Inmitten des grauen Häusermeeres ist es eine "bunte Oase", in der Kinder verschiedenster Kulturen miteinander spielen und lernen (24 Nationen!).
 
 

Z.Zt. werden in der  Kita 95 Kinder betreut. Unter ihnen sind:
65 Kinder aus Migrantenfamilien,
10 Kinder aus bikulturellen Familien und
5 Aussiedlerkinder.

Diese kulturelle Vielfalt betrachten wir als Bereicherung und Aufgabe.
Sie war von grundlegender Bedeutung bei der Konzeptionsentwicklung des KTH



 
 
 
 
2. PROJEKTBEGRÜNDUNG

Der Konsens über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der
Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) hat dazu geführt, daß alle gesellschaftlichen Gruppen sich aktiv an diesem Prozess der Umsetzung der Informationsgesellschaft beteiligen sollen.

Die Einbeziehung der Jugendhilfe in den städtischen Kindertagesheimen mit ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag zur vorschulischen und ausserschulischen Erziehung ist erforderlich, um den Anspruch der Chancengleichheit jedes Kindes zu gewährleisten. Mediennutzung darf keine schichtenspezifische, bzw. einkommensabhängige Frage sein.

PC und Internet müssen ganz alltägliche Instrumente des Lehrens und Lernens werden."Medienkompetenz" ist als ein weiteres Erziehungsziel in den
Erziehungs- und Bildungsauftrag der Jugendhilfe mit aufzunehmen.

Der Computer soll ein weiterer Baustein in der Konzeption von Kindertagesstätten sein und als pädagogisches Instrument genutzt werden.
Fachgerecht, vorbildhaft und pädagogisch in die Gesamtkonzeption eingebunden, stellt dieses Medium eine neue und interessante Herausforderung dar.
 
 
 
  1. 3.   WAS PASSIERT IN DIESEM JAHR ?

Die "interkidz" erwerben in dieser Zeit einen 3-stufigen "PC-Führerschein":

A

Grundlagen der Bedienung des PC
Erstellen von Texten und Bildern
Anlegen von eigenen Dateien und weiteres Bearbeiten
Umgang mit Speichermedien und Drucken
Bewegen in einfachen Programmen...

B

Handhabung von Multimedia-Software
(Lernprogramme, Nachschlagewerke, Spiele...)
Installation und Deinstallation von Programmen, Systempflege
Zugang zu Informationen
 
 

C

Einstieg ins Internet
Information und Kommunikation mit anderen Kindern
über die eigene home-page www.interkidz.de , Nutzung von e-mail,
newsgroups..usw..
Begleitend dazu adäquate Angebote für die Eltern der Kinder.
 
 

Die Pädagogen im Hort nehmen ihre Verantwortung wahr, indem sie
den Kindern "Gehhilfen" in die "Multi-Media-Welt" anbieten!

Im Einzelnen bedeutet dies u.a.:
Schaffung einer neuen Kommunikationsebene durch den Einsatz vonIuK-Technik
als Ersatz für die ehemalige "Hort-Zeitung", um die Kinder mit neuen Medien vertraut
werden zu lassen (auch hinsichtlich der Anwendung).

Vernetzung von zwei oder mehr Hort-Einrichtungen,
um diese Technik als Hilfe bei Interaktion und Kommunikation zu nutzen.                                        Evtl.: Einbindung von Grundschulen, zunächst regional, sukzessive auch überregional.

Erste Versuche der Anbahnung internationaler Kontakte in die Herkunftsländer der Kinder
 
 
Das Projekt hat folgende Programminhalte:

Stufe 1:

Einsatz dieser Technologie, um die spezielle Förderung von Kindern unter Einbeziehung von Multimedia zu erproben (einfache, wie auch spezifische Lernsoftware wie z.B. Lexika, Lese- und Rechenhilfen, LRS-Programme, Legasthenie-Hilfen etc.)
Entwicklung von pädagogischen Leitgedanken                                                                                                  Auswertung der gewonnenen Erfahrungen

Stufe 2:

Erarbeitung von Konzepten für die medienpädagogische Arbeit mit Hortkindern,
einschliesslich der Entwicklung von neuen Formen in der Elternarbeit                                                          Entwicklung von Aus-, Fort- und Weiterbildungen für Erzieher/-innen

Stufe 3:

Aufbau und Erprobung einer neuen Kommunikationsebene mit anderen Hortgruppen
und evtl. auchGrundschulen oder anderen vergleichbaren Einrichtungen                                                              Nutzung von mail- und news-Diensten

Stufe 4: (optional)

Ausweitung der Plattform                                                                                                                                Zusammenführung von anderen gesellschaftlich relevanten Gruppen, z.B.
Jugendfreizeitheime (auch "Lücke-Projekte")
und Initiierung einer generationsübergreifenden Plattform (Senioren, Altentagesstätten...)

Durch die Unterstützung des Projektbüros BRISE beim Senator für Wirtschaft und Häfen ist eine intensivere pädagogische Begleitung und Auswertung ermöglicht worden.

Im Einzelnen werden z.B. folgende Fragestellungen eingehender untersucht:

  1. Wie groß ist das Interesse der Kinder für den Computer?
  2. Wie schnell werden die Kinder mit dem neuen Medium vertraut bzw.

  3. welche Voraussetzungen bringen sie bereits mit?
  4. Wie verhalten sich die Kinder am Computer, wenn sie die Möglichkeit haben, frei über ihr Tun zu entscheiden und ihr Handeln selbst bestimmen,

  5. insbesondere also in den Freispielphasen?
  6. Führt der Computer bei den Kindern zu Konflikten oder Aggressionen?
  7. Werden andere Angebote von den Kindern vernächlässigt und verlieren neben dem Computer an Bedeutung?
  8. Verhalten sich Jungen und Mädchen gleich und zeigen ähnliche Interessen?
  9. Führt der Computer zu Vereinsamung und Isolation?
Nach einem Jahr (Sept.2001) wird eine Auswertung dieses Projektes veröffentlicht.
Anfragen + Informationen:
Projektleitung: Dietmar Waitkus, Kita-Haferkamp, (Tel + Fax: 361 8252)

www.interkidz.de > webmaster@interkidz.de
oder: waitkus42@netscape.net

Haftungsausschluss:

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